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„Ich liebe die Präzision“


Oldtimer

Zahnarzt und Oralchirurg Dr. Clemens Frigge aus Wickede/Ruhr fachsimpelt in seiner Freizeit am liebsten über sein großes Hobby – und das sind Oldtimer. In Unternehmer-Leidenschaften erklärt Frigge, warum an alten Autos zu schrauben für ihn pure Entspannung und Ablenkung vom Praxis-Alltag bedeutet. 

Seit frühester Jugend bin ich bereits von Autos begeistert. Vielleicht rührt diese Leidenschaft daher, dass ich neben einem Gebrauchtwagenplatz aufgewachsen bin und schon als Kind auf Schrottplätzen gespielt habe. Meine ersten Erfahrungen als „Rennfahrer“ sammelte ich in selbstgebauten Seifenkisten. Mit zunehmendem Alter wurde dann späteren den ersten „richtigen“ Fahrzeugen rumgeschraubt. In meinem Fall waren es zu Anfang ganz klassisch der VW Käfer und ein Opel Kadett. Bis heute habe ich mir die Liebe für die Oldtimer bewahrt.

In meinem kleinen Fuhrpark zu Hause findet man mittlerweile einige Raritäten, wobei einer meiner besonderen Lieblinge sicherlich der Porsche 356 Speedster ist. Wenn ich mich nach einem stressigen Praxisalltag mit meinen Fahrzeugen beschäftigen kann, bedeutet dies für mich pure Entspannung.

Beim Schrauben kann ich dann auch ferne mal die Zeit vergessen und vollkommen abschalten. Besonders tolle Erfahrungen, die ich im Zusammenhang mit meinem Hobby machen durfte, sind die Erlebnisse als Fahrer bei Oldtimer-Rennen. In den 90er Jahren hatte ich mit drei Freunden ein eigenes Rennteam, das bei der FIA-GT-Meisterschaft für historische Fahrzeuge teilgenommen hat. Unseren größten Erfolg feierten wir als Vize-Europameister, worauf ich noch heute sehr stolz bin.

Detailverliebt bis in die letzte Schraube

In meinem Beruf ist es mir wichtig, mit meinen Patienten auf Augenhöhe und in aller Freundschaft zu sprechen. Mindestens genauso wichtig ist mir aber auch die Verwendung von Materialien, die ich jedem aus meiner Familie und meinem engsten Freundeskreis uneingeschränkt empfehlen würde.
So beschäftige ich mich schon von Berufs wegen her mit den neusten Techniken, die einer präzisen Anwendung bedürfen. Diese Präzision, die Liebe zum Detail und natürlich auch das Interesse an technischen Zusammenhängen, ergänzt sich perfekt mit meiner Leidenschaft für Oldtimer.

So muss – genauso wie in der Zahnmedizin – bis zur letzten Schraube alles passen, wenn man sich mit den alten Fahrzeugen beschäftigt. Ich muss aber klar sagen, dass ich kein Fan von „hochglanz-restaurierten“-Fahrzeugen bin. Meine Autos dürfen noch ihren alten Lack und die ein oder andere Beule haben. Wenn man ihnen ihre Geschichte ansieht, sind es für mich die schönsten Oldtimer.

Anders herum profitiere ich auch als Arzt von meinem Hobby. Wenn man zum Beispiel ein Fahrzeug wieder zum Laufen beziehungsweise eher zum Fahren bringen will, muss man ein Verständnis für technische Abläufe entwickeln und sich natürlich auch mit Schwierigkeiten befassen, wenn etwas auf Anhieb nicht richtig rund läuft. Das Schrauben an Oldtimern hat mich also gelehrt, Geduld zu haben und auch Dinge zwei oder drei Mal zu überarbeiten, bis ich mit dem Ergebnis vollkommen zufrieden bin.

Ich bin generell fest davon überzeugt, dass Menschen, die sich für ein Hobbys begeistern können, auch gute Mitarbeiter sind. Wer in seinem Privatleben etwas hat, das ihn glücklich macht, der ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch am Arbeitsplatz zufriedener und engagierter.

Quelle: Unternehmertum Westfalen
Fotos: Björn Orth